Helene Hering-Herber

Malerei // Paintings

Atelieröffnung

Das Atelier ist an jedem 1. Samstag im Monat von 11 – 17 Uhr geöffnet.
Start: 7. Januar 2012

feste, nicht öffentlich zugängliche Ausstellung

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Strukturen verschwinden in farbigen Feldern

Helene Hering-Herber stellt in der Schmiede Wettig aus / Architektur steht im Mittelpunkt ihrer Arbeiten

ger. NIEDER-OLM – Es könnte keinen besseren Ausstellungsort für die Bilder Helene Hering-Herbers geben als die Schmiede Wettig. Die zurückhaltende Ausgestaltung der Räume, die Nischen im Mauerwerk und die Dominanz warmer Farbtöne bedingen das richtige Ambiente für die Werke der Künstlerin.
Deren Bilder sind geprägt von einer kraftvollen, fast mystischen Ausstrahlung.

Farblich beschränkt sich Helene Hering-Herber auf wenige gedeckte Töne. Allein das von ihr bevorzugte Blau, das sich in vielen ihrer Werke mal dominant im Vordergrund, mal als Farbtupfer im Hintergrund wiederfindet, strahlt in klarer Intensität dem Betrachter entgegen. Die eher dezenten Beige-, Braun- und Schwarztöne dienen praktisch als Verstärker dieses Blaus.
Ob im großen Triptychon, das die ganze Wandfläche beansrpucht, oder im kleinformatigen Bild einer Serie: Helene Hering-Herber beschäftigt sich vor allem mit Architekturdarstellungen.
Dabei bleiben ihre Gebäudeteile – Relikte vergangener großer Bauten – oft nur angedeutet. Manchmal sind sie nur als Struktur sichtbar, verstecken sich im Feld der Farben, laden den Betrachter zum Eintauchen ein.
Strukturen sind es, die neben der eigenwilligen, oft monochromen Farbgebung, die Bilder prägen. Reliefartig treten Torbögen, Fenster und Türen aus dem Hintergrund.
Die hervorgehobenen Linien, gerade oder gekrümmt, geordnet oder wirr, darstellend oder einfach belebend, lassen die Bilder Helene Hering-Herbers bei jeder neuen Betrachtung anders erscheinen.
Drumherum gehen lohnt sich. Jeder neue Blickwinkel zieht ein neues Bild nach sich. Intensives Gucken lohnt sich auch – je tiefer der Betrachter ins Bild versinkt, desto mehr Details werden sichtbar, offenbaren sich am Grund der Farbe, zwischen den Linien.

In die Tiefe gehen zu wollen, ist wohl auch die Intention der Künsterin. Sie stellt Details dar, Ausschnitte des Ganzen, die aber dieses Ganze sichtbar machen.
Ergänzt wird die Ausstellung der Bilder durch Keramiken, Gefäße und Amphoren in Naturtönen, die etwas Unfertiges ausstrahlen. Sie könnten gefunden worden sein in den Landschaften und Architekturen, die Helene Hering-Herber in ihren Bildern darstellt.

Allgemeine Mainzer Zeitung – 18. Dezember 1996