Helene Hering-Herber

Malerei // Paintings

Atelieröffnung

Das Atelier ist an jedem 1. Samstag im Monat von 11 – 17 Uhr geöffnet.
Start: 7. Januar 2012

feste, nicht öffentlich zugängliche Ausstellung

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Spurensuche mit offenem Ausgang

UNDENHEIM. Als wäre es für diesen Ort geschaffen, hängt das Triptychon im Undenheimer Museum, und das schon seit zwei Jahren, als erstmals eine Ausstellung der Berliner Künstlerin Helene Hering-Herber stattfand. Und weil es so gut passte, blieb es dort als Leihgabe hängen – in der Hoffnung, einen Käufer zu finden.
Noch einmal nutzte die Künstlerin, die immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Räumen zur Ausstellung ihrer großformatigen ist, nun das Museum und präsentierte im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz vierzig neue Werke aus den letzten zwei Jahren. Ihre Werke wurden auf diese Weise ganz wörtlich zum „Bilder-Rahmen“, in dem das Projekt „Kulturen.Heimat“ stattfindet, eine Veranstaltungsreihe der Initiative „kultour – kultur – unterwegs“, für die sich Peter Grosz engagiert.
Er freute sich besonders, dass diese Reihe auf die Beine gestellt werden konnte, trotz knapper finanzieller Mittel. Er weiß, dass die Menschen seltener Zeit für Kultur finden und nicht mehr frei für Dinge sind, die frei machen können. Die Reihe „Kulturen.Heimat“ stellt noch bis Mitte Juni ganz unterschiedliche Kulturkreise vor, die doch für jeden ein Stück Heimat bedeuten können.

„Seelen-Archäologie“
Im Zentrum der Reihe steht Helene Hering-Herber, die Grosz vor zwölf Jahren kennen lernte. Grosz, der bei der Vernissage auf die Bilder einstimmte, erinnerte sich an Hering-Herbers erste Ausstellung, bei der sie wilde, „laute“ Bilder präsentierte und „Seelen-Archäologie“ betrieb, auf der Suche nach sich selbst war. Später zeigte sie sich gelöster und arbeitete reduzierter, betreibt ihre „Spurensuche“ aber weiter. Deshalb heißt die Ausstellung in Undenheim auch „Fremd.Spuren 1“. Ein weiterer Teil ihrer Werke ist parallel im Schloß Sörgenloch zu sehen.
Auf welche Spuren sie sich begibt, kann man beim Betrachten der Werke interpretieren, wie man will. Alles ist dabei möglich, und jeder kann sein eigenes Bild und eigene Spuren entdecken. Hering-Herber baut auch Metall- und Holzteile mit in ihre Werke ein, die sie der von ihr vorgefundenen Wirklichkeit entnimmt. „Ihr ist nichts fremd“, schildert Grosz. Doch selbst wenn der Betrachter nicht geschult ist im Sehen von abstrakten Formen und Materialien, wird er, wenn er nur genau hinschaut, „kurz in Venedig oder in der Wüste sein“, versprach Grosz.

Eigenen Zugang finden
So waren die Besucher eingeladen, allein einen Weg durch die Ausstellung und einen Zugang zu den Bildern zu finden. Barbara Pohle, die die Jugendprojekte der Berliner Festspiele leitet und ebenfalls nach Rheinhessen gekommen war, fand: „Die Bilder schweben.“ Helene Hering-Herber hielt fest: „Der Kuhstall ist wunderbar.“ Sie freut sich auch, dass der junge Musiker Marco Trocelmann mit seiner Fujara, einer slowenischen Hirtenflöte, für musikalische Intermezzi sorgte.
Trochelmann ist gemeinsam mit Grosz in der Jury des Treffens Junge Musik- Szene in Berlin und begeisterte Grosz und die Künstlerin sofort. Da auch er experimentierfreudig und immer auf der Suche nach Neuem ist, konnte er sich bestens mit Hering-Herber auf die Spurensuche begeben, die noch bis 9. Juni im Undenheimer Museum immer am Wochenende nachzuvollziehen ist. Auch das Trptychon soll mindestens so lange noch als „Eintrittskarte“ dort zu sehen sein.

Allgemeine Zeitung Mainz / Landskrone Oppenheim vom 6.5.2003