Helene Hering-Herber

Malerei // Paintings

Atelieröffnung

Das Atelier ist an jedem 1. Samstag im Monat von 11 – 17 Uhr geöffnet.
Start: 7. Januar 2012

feste, nicht öffentlich zugängliche Ausstellung

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Poetisches Moment - für mich

Helene Hering-Herber stellt in Schmiede Wettig aus / “Archäologie der Seele”

bjz. NIEDER-OLM – In einer fast familiären Atmosphäre fand sich der Besucher der Ausstellungseröffnung der Berliner Malerin Helene Hering-Herber in der Schmide Wettig. Abstrakte, großformatige Acrylmalerei in Kupfer- und Brauntönen füllte unaufdringlich und doch eindrucksvoll den Großteil der Ausstellungsfläche. Weitere Arbeiten aus Papier, Pigment und Lack trugen hieroglyphenartige Zeichen: “Archäologie der Seele” kommentierte der Schriftsteller und Co-Initiator der veranstaltenden “Kultur Kommunal”, Peter Grosz.

Sowohl Grosz als auch Bürgermeister Herbert Bouteraa bedauerten ein wenig die schwache Publikumsresonanz, sie wiesen jedoch auf fünf Konkurrenzveranstaltungen in der Umgebung hin. Dennoch habe “Kultur Kommunal” einen “Stamm von Besuchern in einer Einrichtung, die man auf dem Lande nicht gewohnt ist”, lobte Bouteraa.

Nach einer Zäsur des Jazzpianisten Alexander Perkin hob Grosz die Unterstützung seitens der Gemeinde als wichtige Voraussetzung für den Erfolg hervor. Diesen Erfolg sehe die Künstlerin nicht im “Glamour der Galerien”, Hering-Herber sei “eine Malerin, die sich rar macht”, so Grosz. Ihre in oft langjähriger Abgeschiedenheit entstandenen Bilder seien “Innenvisionen” von “überspringender Stille” und “Wärme fast autistischer Nachrichten”.

Die Künstlerin selbst, die nach einer Lehre als Dekorateurin und späterem Politologie- und Sprachenstudium an verschiedenen Frauenfilm-Projekten beteiligt war, distanziert sich von Interpretationsversuchen; dementsprechend unverbindlich ist die Ausstellung auch überschrieben: “Über Wege. Namenlos”.

Hering-Herber will nicht darstellen oder vermitteln und sucht in der Kunst vielmehr “ein poetisches Moment – für mich”. Sie bringt in einer speziellen Technik aufgeschäumte Acrylfarbe auf die Leinwand auf und erzeugt oft reliefartige, poröse Strukturen, die manchmal wie Gesteinsschichten, einmal sogar wie Bäume anmuten. Das Motiv einer Spirale, eines Labyrinths wiederholt sich dabei scheinbar.

Nicht zufällig war Hering-Herber bereits auf Ausstellungen in Berlin, Köln, Mailand und New York vertreten; in Nieder-Olm warten die Bilder noch bis zum 7. Januar auf die verhinderten Besucher der Eröffnung.

AZ – 13. Dezember 1995