Helene Hering-Herber

Malerei // Paintings

Atelieröffnung

Das Atelier ist an jedem 1. Samstag im Monat von 11 – 17 Uhr geöffnet.
Start: 7. Januar 2012

feste, nicht öffentlich zugängliche Ausstellung

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Auf der Spur der Vergänglichkeit

Ausstellung im Undenheimer Heimatmuseum

UNDENHEIM – “Guck mal, ich hab’ Hochwasser gemalt”, präsentiert ein kleines Mädchen stolz ihr in blauen Farben strahlendes Bild. An einem anderen Tisch ist Grün die Farbe der Wahl für einen Jungen.

Im Undenheimer Heimatmuseum gab es Kunst zum Anfassen und Mitmachen für Kinder mit der Berliner Künstlerin Helene Hering-Herber. Sie zeigte in dem wunderschönen Ambiente des Museums aber auch eine Retrospektive ihrer Malerei der letzten zehn Jahre. Die Bilder dre Künstlerin, die zum Teil in der “Kunststraße” unter dem Dach, aber auch in den restlichen Räumen zu sehen sind, behandeln das Thema “Vom Verschwinden der Zeit”. Die teilweise sehr großformatigen Werke sprechen eine sehr abstrakte Sprache, zeigen wenig konkrete, realistische Abbildungen, sondern bieten mehr Andeutungen und schemenhafte Grundformen.

Helene Hering-Herber arbeitet mit Mischtechniken, bringt Farben eher dick bis pastös auf und arbeitet mit den Licht- und Schattenwürfen der oft reliefartigen Farbaufträge. Die Bilder schwelgen nicht in Farbvielfalt, sondern beschränken sich meist auf wenige gedeckte und oft warme Farbtöne. Statt “normaler” Farben kommen auch oft angemischte Farbpigmente zum Einsatz, wie beispielsweise Kupfer in Pulverform. Scheint ein Bild bei der ersten Betrachtung aus der Ferne noch eine homogene Farbfläche zu sein, so offenbaren sich dem Betrachter auf den zweiten und jeden weiteren Block weitere Elemente, die aus der Tiefe ans Licht treten, wie Formen, die sich aus einem Nebel lösen und sich dem Betrachter erst beim Näherkommen zu erkennen geben.

Die Ausstellung der Wahl-Berlinerin – Helene Hering-Herber wurde 1946 in Frankfurt am Main geboren – findet im Rahmen des “KultourFrühlings” statt. Die treibende Kraft hinter dieser “Initiative Kultur unterwegs”, die unter der Schirmherrschaft von Landrat Claus Schick steht, ist Peter Grosz. “Wir müssen mit der Kultur zu den Leuten kommen. Der in den Städten praktizierte Zentralismus ist überholt”, beschreibt Grosz das Konzept, Kultur zu den Menschen in ihre Lebensräume zu tragen. “Es ist doch bei einem Konzert sinnvoller, mit meinetwegen drei Musikern zu den Menschen hinzufahren anstatt zu erwarten, dass 50 oder mehr Leute sich auf den Weg machen.”

Grosz und Hering-Herber kennen sich bereits rund 14 Jahre und schon mehrfach kam die Künstlerin mit ihren Werken auf Grosz’ Betreiben nach Rheinhessen. Die Ausstellung in Undenheim war in ein Rahmenprogramm mit Literaturvorlesungen und Jazzmusik eingebettet.

Rhein Main Presse – Landkreis Oppenheim – 14. März 2001