Fremd. Spuren.
3. Mai bis 9. Juni 2003
Begrüßung
Reinhold Sittel – Bürgermeister
Einführung
Peter Grosz – Nieder-Olm
Musikalische Intermezzi
Marco Trochelmann
Wir sind heute ins Schloss Sörgenloch eingeladen, das hier in einer der geschichtsträchtigsten Gegenden unseres Landes liegt – in der Rhein Main Region – eine Malerin zu begrüßen und kennen zu lernen, die scheinbar von weit her kommt, von Berlin.
Jedoch befindet sich ihre Heimatstadt Frankfurt am Main nur wenige Kilometer von hier entfernt.
Auch wenn sie schon länger nicht mehr in der Rhein Main Region lebt, ist sie immer noch und immer wieder von dieser Gegend hier angezogen.
Neben dieser wundervollen Landschaft – vielfach wird sie auch als die deutsche Toscana gepriesen – ist es aber vornehmlich die Kulturlandschaft, die im Laufe der Jahrtausende viele Fremde gesehen hat, die ihre Sprachen, ihre Spuren hinterlassen haben, die Helene Hering-Herber immer wieder aufs Neue sucht und besucht. Die Geschichte und die damit verbunden Geschichten aufzuspüren, die zu unserer Geschichte führte und zu unseren Geschichten wurden, ist ihr ein Anliegen.
Betrachtet man die Arbeiten, von Hering-Herber, gearbeitet mal auf Leinwände, mal auf Papier oder auch auf Bütten, zeigen sie auffallend oft Fragmente von Grundrissen verfallener Architekturen. Verstärkt wird dieser Eindruck nun durch die verschiedenen angewandten Mischtechniken, die in unterschiedlichster Intensität auf die Flächen gearbeitet sind.
Dieses schafft Räume, die vergangen und fern anmuten. Vergessene Geschichten fremder Spuren ?
Und immer wieder – wenn auch noch so gering auf die Arbeitsfläche aufgetragen – dieses Blau, diese „Farbe der Ferne“.
In der Kultur- und Kunstgeschichte steht diese „Farbe der Ferne“ für das Transzendentale, für Spiritualität. Die Arbeiten von Hering-Herber erzählen auf leise, auf stille Art von der verloren gegangenen Spiritualität.
Wie jeder Künstler, so treibt auch Hering-Herber mit ihrer Kunst in uns einen leisen Dialog, weckt Kräfte, die in jedem von uns ruhen und lädt ein, zu unmittelbaren und persönlichen Erfahrungen.
Wenn wir uns darauf einlassen, es zulassen und die Einladung annehmen, dann werden Deine Bilder, Helene, uns Tore öffnen hinter denen Spuren zu sehen sind und Geschichten neu erzählt und nicht vergessen werden.
Barbara T. Pohle